Konnte ich Sie beim letzten Mal über ein wirklich positives Ereignis informieren – den Vertragsabschluss für unser neues Wonnemar am Maradies – so ist der Anlass heute leider nicht so erfreulich.

In wenigen Tagen läuft der Versuch aus, unsere kleine Fußgängerzone am Marktplatz um rund 150 m zu erweitern. Im Sommer hatte der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, für sechs Monate eine Erweiterung der Fußgängerzone zu erproben. Grundlage dafür war, dass die Stadt Marktheidenfeld spätestens mit der Fertigstellung des großen Bauprojektes „Revitalisierung der Innenstadt“ ALLE Forderungen erfüllt hatte, die der Verband des bayerischen Einzelhandels als Voraussetzung für eine Fußgängerzone aufgestellt hat.

Leider wurde dieser Versuch von Beginn an durch den Einzelhandel nicht unterstützt, sondern im Gegenteil von mehreren Negativaktionen begleitet.

Ich gebe zu, ich hatte die Erwartung, dass Marktheidenfeld mit positiven Meldungen mehr Besucher und damit mehr Kunden anziehen würde: 

Marktheidenfeld – hier bewegt sich etwas! Wir sind Neuem aufgeschlossen.

Wir haben die meisten Parkplätze und die kürzesten Wege zum Einkauf weit und breit.

Wir haben eine attraktive Innenstadt, die voller Leben ist.

 

Leider hat sich diese Erwartung nicht erfüllt. Vor wenigen Wochen wurde eine Befragung der Einzelhandelsgeschäfte in der Innenstadt durch den Handelsverband des Bayerischen Einzelhandels HBE vorgelegt. 40% der Befragten hatten teilgenommen und mit nur wenigen Ausnahmen ausgesagt, sie hätten Umsatzrückgänge zu beklagen. Entlassungen von Mitarbeitern und Geschäftsschließungen wurden befürchtet. In der letzten Novemberwoche erreichte uns eine weitere Befragung, die von einer hiesigen Interessengemeinschaft durchgeführt worden war und nach der sich 63 von 65 befragten Geschäftsinhabern massiv gegen eine Erweiterung wenden.

 

Liebe Mitbürger,

ich weiß, dass viele von Ihnen das Auslaufen dieser Probephase enttäuscht. Es ist aber unmöglich, unter diesen Voraussetzungen das Ziel einer attraktiven Innenstadt zu erreichen. Deshalb schlagen wir einen neuen Weg zu diesem Ziel ein:

Ich habe dem Stadtrat den Vorschlag unterbreitet – und damit einhellige Zustimmung erzielt -gemeinsam mit dem Geographischen Institut der Universität Würzburg ein Pilotprojekt zu begründen. Von dieser neutralen und unumstrittenen Stelle mit der entsprechenden Erfahrung in vielen Städten werden wir wissenschaftlich fundierte Untersuchungsergebnisse erhalten, die zu konkreten Projekten führen, um unsere Innenstadt lebendig zu gestalten. Eine neue Stelle im Rathaus für Stadtentwicklung und Stadtmarketing wurde im Rahmen der Haushaltsberatungen ebenfalls befürwortet. Der neue Mitarbeiter oder die neue Mitarbeiterin wird sich intensiv dieser Aufgabe widmen.

 

Marktheidenfeld – da geht’s dir gut! Das ist so. Und das soll auch so bleiben! Deshalb ist es erforderlich, dass wir nicht stehenbleiben, sondern uns positiv weiter entwickeln. Gehen wir also einen neuen Weg – mit neuem Schwung und anhaltendem Optimismus. Und hoffentlich gemeinsam. Denn nur im Miteinander erhalten wir nachhaltig gute Ergebnisse. Das war meine Überzeugung vor der Wahl – und das wird meine Überzeugung bleiben. Ich freue mich über jede Unterstützung!

 

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