Sehr geehrte Herren Ehrenbürger,
sehr geehrte Ehrenringträger der Stadt Marktheidenfeld,
liebe Kollegen und Kolleginnen aus dem Stadtrat
und liebe Mitarbeiter des Sitzungsdienstes,
verehrte Gäste!

Herzlich willkommen zur Jahresabschluss-Sitzung 2008! Ich freue mich sehr, dass so viele von Ihnen gekommen sind. Grüße und gute Wünsche darf ich Ihnen von Landrat Thomas Schiebel übermitteln. Leider können heute Abend wegen einer Erkrankung nicht alle Geladenen bei uns sein. Wir wünschen ihnen von dieser Stelle aus gute Besserung. Gemeinsam gedenken wir des ehemaligen Stadtrats Herrn Edmund Stangl, der erst vor kurzem verstorben ist und für den wir uns in dankbarer Erinnerung von den Plätzen erheben.
Vielen Dank

Liebe Ehren- und Festgäste!

Schon wieder steht ein neues Jahr vor der Tür – dabei hätte mir das alte noch für Monate gereicht! Aber ich denke, das geht den meisten von Ihnen genauso! An dem guten Brauch, am Ende eines Jahres zurückzublicken, aber auch Vorschau zu halten, werde natürlich auch ich festhalten.

Am Anfang steht mein aufrichtiger Dank an alle, die mich in den ersten Monaten meiner Amtszeit eingearbeitet und unterstützt haben und das immer noch tun. Nach 24 Jahren mit Bürgermeister Dr. Scherg bedeutet der Amtswechsel für alle in der Stadtverwaltung eine große Umstellung! Dazu kommen mindestens zwei weitere Herausforderungen. Eine ist für die meisten von Ihnen nicht neu, liebe Mitarbeiter, doch erinnern Sie sich nach so langer Zeit nur ganz schwer: Auch Dr. Leonhard Scherg war einst ein “blutiger Anfänger”! Eine andere Herausforderung allerdings ist ganz neu – als Frau bin ich sowieso anders, als Vorgesetzte bin ich auch anders – und manchmal möchte ich auch etwas ganz anderes tun – oder auch lassen!

Ginge das alles “reibungslos”, wäre etwas nicht in Ordnung – und würden wir das behaupten, wäre es reine Heuchelei!

Gemeinsam können wir aber Ihnen, liebe Gäste, und der Marktheidenfelder Bevölkerung versichern, dass wir hart und stetig an uns und unseren Aufgaben arbeiten!

Ich bedanke mich herzlich bei den Damen und Herren des “alten und des neuen” Stadtrats für Ihren Dienst, den Sie im Jahr 2008 mit einem hohen Aufwand an Zeit und Kraft für unsere Stadt Marktheidenfeld geleistet haben.

Vielen Dank allen Kolleginnen und Kollegen, die mir Anfängermängel nachgesehen haben, die dazu beitragen, mein Wissen zu mehren und mir durch ihre Anregungen und ihr Vertrauen die Einarbeitung erleichtern! Ich bin sehr zuversichtlich: Mit Offenheit und gegenseitigem Respekt, mit Sachlichkeit, ehrlicher Arbeit – und mit unserer größten Gemeinsamkeit – dem Willen, unserer Stadt zu dienen – werden wir auch die Probleme des Jahres 2009 bewältigen!

Und damit komme ich zum Rückblick auf 2008.

Die beiden Großprojekte “Rathaus-Center” und Maradies, die Stadtrat und Verwaltung seit Jahren beschäftigen, sorgen weiterhin für viel Arbeit. Sehr erfreulich ist der Baufortschritt im Stadtzentrum. In der Mitteltorstraße sind bereits neue Gebäude entstanden, an der Luitpoldstraße ist die Tiefgarage im Bau. Auch wenn mancher von Ihnen es nicht mehr hören kann – ich möchte jede Gelegenheit nutzen, Gerüchte zu beenden und wesentliche Fakten zu wiederholen, bis diese Allgemeingut geworden sind:

Die Stadt stellt auf der Basis des Erbbaurechts ihre Grundstücke zur Verfügung. Das neue Rathaus und die dazu gehörigen Tiefgaragenplätze kauft die Stadt zu einem Festpreis. Der Investor baut und finanziert die Tiefgarage, den Einkaufsmarkt, die Geschäfte, Gaststätten und Wohnungen auf dem Gelände. Nach Ablauf des Erbbaurechts erhält die Stadt ohne Entschädigung alle auf städtischen Flächen errichteten Gebäude. So kann die nächste Generation der Marktheidenfelder Bürger über die wertvollen Flächen in unserer Stadtmitte wieder neu entscheiden.

Unter meinem Vorgänger wurde hart um diese Bedingungen gerungen und die Verträge wurden ausgearbeitet – der amtierende Stadtrat und auch ich sind überzeugt von der Richtigkeit dieses Projekts, vom Nutzen für die ganze Stadt und wir freuen uns auf die Fertigstellung im kommenden Jahr.

Ein großes ungelöstes Problem ist noch immer das “Maradies. Die Verhandlungen im vorgegebenen strengen Rahmen des PPP-Verfahrens laufen weiter und ich hoffe sehr, dass ich in der Bürgerversammlung im Januar endlich Konkreteres über den weiteren Verlauf sagen kann. Dass als Folge der weltweiten Finanzkrise diese Verhandlungen nicht leichter werden, können Sie sicher alle nachvollziehen.

Es gab aber nicht nur große Probleme, sondern auch vieles zu feiern im Jahr 2008! Schon zu Jahresbeginn waren im Kalender viele JubiläumsVeranstaltungen vermerkt. So feierten wir 10 Jahre Franck-Haus, 10 Jahre “Kunstpreis”, 10 Jahre Jugendzentrum, 60 Jahre Stadterhebung und auch die 60. Laurenzimesse und 20 Jahre Partnerschaft mit Montfort.

Weiteren Grund zum Feiern gab der Erste Spatenstich für den Aufstieg der Staatsstraße 2315 auf der anderen Mainseite. Dass der Spatenstich vom Beginn der Bauarbeiten überholt wurde, war ein nicht so häufiges Erlebnis, das wir genossen haben! Wie viele Spaten inzwischen bei Spatenstichen im Einsatz sind, hat mich überrascht.

Weil wir gerade bei den Straßen sind: Die Fertigstellung der Baumhofstraße kann auch gefeiert werden, denn die Arbeiten wurden erfreulicherweise erheblich früher beendet als geplant.

Eine weitere Freude war die Gegenzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde mit der polnischen Stadt Pobiedziska und damit die Begründung der trinationalen Partnerschaft zwischen Marktheidenfeld, Montfort-sur-Meu und Pobiedziska. Die Auszeichnung der Stadt Marktheidenfeld mit der Ehrenfahne des Europarats, die wir mit einem großen Festakt in Anwesenheit unserer Freunde und Partner aus Frankreich und Polen feiern durften, verdanken wir der mehr als 20jährigen steten und erfolgreichen Arbeit des Städtepartnerschaftskomitees.

Was europäische Zusammenarbeit bedeutet, wie lebensnotwendig diese für uns alle ist, hat die erschütternde Finanzkrise und die darauf folgende schnelle Handlungsfähigkeit der europäischen Regierungen gezeigt. Noch unwägbarer sind nun die Einkommensperspektiven – für alle Bürger, für alle Firmen und damit auch für die Stadt Marktheidenfeld.

Mit Mut und Verantwortungsbewusstsein hat sich der Stadtrat dennoch und trotz der zur Zeit für unsere Verhältnisse recht hohen Prokopf-Verschuldung für weitere wichtige Investitionen entschieden, die notwendig sind, damit sich auch in Zukunft unsere Stadt gut weiter entwickeln kann.

Zu den Notwendigkeiten gehört eine weitere Baumaßnahme, deren Realisierung aus finanziellen Grünen seit 2005 verschoben wurde: Der Neubau des Bauhofs auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände 2009.

An dieser Stelle möchte ich hervorheben, was die Stadtverwaltung und hier vor allem die Mitarbeiter im Bauhof in diesem Jahr geleistet haben: Zwischen Kommunal- und Landtagswahlen, den vielen bereits erwähnten Festen und Feierlichkeiten, ist – für die Öffentlichkeit fast unbemerkt – das Rathaus komplett aus- und in mehrere Gebäude provisorisch eingezogen. Das war eine Meisterleistung, die wirklich Anerkennung und Dank und eine deutliche Erwähnung am heutigen Abend verdient!

Eine wichtige Grundsatzentscheidung, die vor kurzem gefallen ist und über die ich mich sehr freue, ist der Beschluss zum Erhalt des Brunnens in Zimmern zur Aufrechterhaltung der Versorgung mit eigenem Trinkwasser – ganz bewusst und mit Überzeugung nimmt der Stadtrat dafür Mehrkosten in Kauf.

Die Zukunftsprognosen vieler wissenschaftlicher Studien sehen Marktheidenfeld in einem günstigen Licht mit leichtem Zuwachs an Bevölkerung. Dazu haben viele weit vorausschauende Entscheidungen in der Vergangenheit beigetragen. Gewarnt werden wir allerdings vor der Überalterung unserer Stadt. Wichtig ist es auch aus diesem Grund, die Kontakte zu den Unternehmen auszubauen, um zu erfahren, wie die Stadt dazu beitragen kann, dass sich neue Mitarbeiter möglichst auch in Marktheidenfeld niederlassen. Der neue Stadtrat will mit aller Kraft an der positiven Weiterentwicklung arbeiten, damit sich alle Familien in unserer Stadt wohl fühlen, damit wir noch “anziehender” auch für junge Menschen werden und diese sich möglichst bald als “Marktheidenfelder” empfinden.

Dazu wurden in den letzten Monaten folgende Beschlüsse gefasst:
• Hausaufgabenbetreuung in der Grundschule
• Einrichtung einer Kinderkrippe im Edith-Stein-Kindergarten
• Einführung eines warmen Mittagessens im Baumhofkindergarten

Einen ganz hervorragenden und beispielhaften Beitrag, der Familien in Marktheidenfeld hilft, ist die in diesem Jahr erstmals durchgeführte Aktion der WAREMA Sonnenkinder – Ferienbetreuung. Dafür danke ich herzlich Frau Renkhoff-Mücke und allen ihren beteiligten Mitarbeitern.

Zum gemeinsamen Arbeiten an der Stadtentwicklung im Sinn des Leitbildes der Stadt Marktheidenfeld und zur effizienten Umsetzung dieser Ziele haben sich Stadträte, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Bürgermeisterin vor wenigen Tagen erstmals zu einer moderierten Klausurtagung getroffen. Ein Ziel, an dem wir arbeiten, ist auch die Einleitung eines Stadtmarketingprozesses unter möglichst großer Beteiligung der Bürger und aller gesellschaftlichen Gruppen in unserer Stadt.

Vielen Dank sage ich allen engagierten Teilnehmern. Ich bin sicher, dass wir mit dieser Arbeitsweise besser vorankommen.

Meine Damen und Herren,

dankbar blicke ich auf das Gute zurück, das wir im vergangenen Jahr durch den freiwilligen Einsatz einer großen Anzahl von Bürgern unserer Stadt erfahren haben, die ehrenamtlich und ohne Eigennutz unserer Stadt dienen.

In diesem Jahr danke ich ganz besonders den Stadträten, die dem Gremium über viele Jahre, manche sogar über Jahrzehnte angehört haben. Ich freue mich, sie im Anschluss besonders auszeichnen zu dürfen.

Herzlichen Dank sage ich allen Bürgern, die in Beiräten dem Stadtrat zuarbeiten, die in Vereinen, Kirchen und Hilfsorganisationen, in Selbsthilfegruppen und in der Kulturarbeit unentgeltliche und unbezahlbare Leistungen für uns alle erbringen.

Danke allen, die sich als Arbeitgeber und Arbeitnehmer einer sozialen Marktwirtschaft verpflichtet fühlen und mit ihren Leistungen die Zukunft unserer Stadt sichern.

Danke den Bürgermeistern, Stadt- und Gemeinderäten aus unseren Nachbargemeinden für ihren Willen zu verstärkter Zusammenarbeit in unserer Region.

Danke allen Bürgern, die mit Anregungen, Vorschlägen und konstruktiver Kritik mit für Verbesserung sorgen.

Danke an die Presse für die Berichterstattung. Und last not least herzlichen Dank auch Herrn Rektor Röhr für die Überlassung der Räume für unsere heutige Feier und dem Ehepaar Stelzer für ihre Hilfsbereitschaft.

Ich wünsche Ihnen allen, liebe Festgäste, Ihren Angehörigen und allen Mitbürgern in unserer Stadt ein frohes Weihnachtsfest, einige ruhige, erholsame Tage und ein gutes neues Jahr mit Frieden, Gesundheit und Wohlergehen.

 

© 2013 | Impressum