Guten Tag, meine Damen und Herren,
- herzlich willkommen im neuen Rathaus der Stadt Marktheidenfeld!
Mein besonderer Gruß gilt
Herrn Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer,
Herrn Landtagsabgeordneten Günther Felbinger
Herrn Landrat Thomas Schiebel
unseren Ehrenbürgern – Herrn Altlandrat Armin Grein und
Herrn Altbürgermeister Dr. Leonhard Scherg
der Geistlichkeit Domkapitular Karl Rost,
Dekan Hermann Becker und Pfarrer Bernd Töpfer
den Bürgermeister-Kolleginnen
und Kollegen
den Damen und Herren des Bezirkstags, Kreistags und des Stadtrates

den Ehrenringträgern und Ehrengästen

dem Bauherrn Werner Schreiber
den Architekten Herrn Wagner, Herrn Hettiger und Herrn Haus
den Herren Walz und Fischer vom Bauunternehmen Riepl

den Damen und Herren aus Wirtschaft, Behörden, Schulen, überörtlichen und sozialen Einrichtungen,
der Polizei und Hilfsorganisationen

allen ehemaligen Stadträten und Ortssprechern
den Mitarbeitern der Stadtverwaltung
und den Vertretern der Medien
„Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei,
und besonders nicht, dass er alleine arbeite;
vielmehr bedarf er der Teilnahme und Anregung,
wenn etwas gelingen soll.“
– soweit dieses Goethe-Zitat –
Sehr geehrte Festgäste,
mit großer Freude feiern wir in Marktheidenfeld heute und morgen die Einweihung des neuen Rathauses ! Alle, die an der Verwirklichung des großen Gesamtprojekts mitwirkten, haben im Sinne dieses Goethe-Zitats gehandelt:
An Teilnahme und Anregung war kein Mangel – und mit viel gemeinsamer Arbeit ist das Bauwerk entstanden. Mit Überzeugung sage ich: Es ist gelungen!
Es ist wohl das vierte Rathaus von Marktheidenfeld. Das erste Rathaus stand am Marktplatz, es wurde abgebrochen und 1865 durch das heutige Alte Rathaus ersetzt. Dieses diente als Rathaus bis zum Jahr 1969, als die Stadtverwaltung hierher an die Luitpoldstraße umzog.
Sie zog damals in ein Gebäude, das 1935 als Partei- und Amtsgebäude der NSDAP fertig gestellt worden war und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zum Kreiskrankenhaus umgebaut und bis 1968 so genutzt wurde. Nach dem Bau des Krankenhauses an der Baumhofstraße erfolgte der Umbau zur Nutzung als Rathaus.
Die schnelle Entwicklung der Stadt zog nach sich, dass auch dieses Gebäude zehn Jahre später zu klein war. So entstanden zusätzliche Räume für die Verwaltung im Jahr 1981 gegenüber im Fränkischen Haus.
Als die Stadt im Jahr 1990 die 10.000-Einwohner-Grenze überschritten hatte, bedeutete das auch eine Vergrößerung des Stadtrats von 20 auf 24 Mandate.
Nun war auch der Ratssaal zu klein; er wurde deshalb unter dem Dach des Alten Rathauses eingerichtet.
Die Verteilung auf drei Gebäude sorgte nicht für optimale Arbeitsbedingungen. Doch erheblich wichtiger als ein neues Rathaus waren für Stadträte und Bürgermeister Investitionen in eine hervorragende und umfassende Infrastruktur, Bau und Sanierung von Kindergärten, der Bau einer zweiten Mainbrücke – und natürlich die Altstadtsanierung, die mit dem Erwerb des ehemaligen Mälzereigeländes im Jahr 1984 ihren Ausgangspunkt nahm.
„Vorübergehend“ sollte nach dem Abriss der Mälzerei der freie Platz zum Parken genutzt werden. So gingen 24 Jahre „vorüber“, in denen vergeblich nach Investoren für ein Gesamtprojekt im Sinn der Altstadtsanierung und Stadtentwicklung gesucht wurde.
Drängend wurde das jedoch ab 2005, denn der bis dahin vorhandene Supermarkt auf dem direkt angrenzenden Grundstück wurde geschlossen und es tat sich eine Versorgungslücke in der Innenstadt auf.
So ergab sich aber auch eine große Chance: Ein gemeinsames Projekt zwischen Stadt, privaten Grundstückseigentümern und Investoren. Ein Gesamtkonzept wurde erstellt, das eine Tiefgarage, einen Vollsortimenter, den Bau neuer Geschäfts- und Wohnräume und die Neugestaltung einer geschlossenen Bauzeile in der Mitteltorstraße vorsah.
In den Jahren 2006/2007 erfolgte die europaweite Ausschreibung und Durchführung des vorgeschriebenen Verfahrens mit Aufstellung des Bebauungsplans „Innenstadt“, den der damalige Stadtrat einstimmig beschlossen hat.

Im Sommer 2008 begann mit dem Abbruch des Rathauses die große Baumaßnahme unter dem Arbeitstitel „Revitalisierung der Innenstadt“.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Das Rathaus ist das Dienstleistungszentrum für alle Marktheidenfelder Bürger! Das neue Gebäude bietet dazu bisher nicht vorhandene Möglichkeiten:

  • Das Haus ist barrierefrei
  • Die Verwaltung arbeitet nach Jahrzehnten wieder gemeinsam unter einem Dach in hellen, freundlichen Räumen
  • Die technische Ausstattung ist angemessen und auf dem neuesten Stand
  • Im modernen Bürgerbüro vermitteln die Mitarbeiter schnelle Hilfe in vielen Angelegenheiten – bei bürgerfreundlichen Öffnungszeiten, jetzt auch am Samstagvormittag
  • Die Fraktionen des Stadtrats haben jeweils einen Raum für ihre Beratungen und für die Aufbewahrung ihrer Unterlagen
  • Der Ratssaal lässt sich mit einem kleinen Sitzungssaal verbinden und – wie wir gerade erleben – multifunktional nutzen. Künftig werden viele Veranstaltungen der Stadt Marktheidenfeld hier stattfinden.

Großzügig von Tageslicht erhellt und im Einzugsbereich aller Kirchenglocken bietet der Ratssaal beste bauliche Voraussetzungen. Das kann unseren Beschlüssen nur gut tun – Erleuchtung, Weisheit und göttlichen Beistand brauchen wir alle dringend: in der Welt der Wirtschaft, der Finanzen, der „großen Politik“ – und natürlich auch im Rathaus von Marktheidenfeld!

 

Unsere Daueraufgabe heißt:
Was ist das Beste für Marktheidenfeld – für eine gute Zukunft aller Bürger und die nachhaltige Lebensfähigkeit unserer Stadt!

 

Es gibt weder Regierung noch Opposition in einem Stadtrat – und es gibt deshalb auch keine Siege oder Niederlagen, sondern ernsthaftes und ausdauerndes Arbeiten, das Setzen von Prioritäten, sachliches Abwägen – und Abstimmen nach bestem Wissen und Gewissen.

 

Als Vorsitzende des Stadtrats wünsche ich mir, dass wir immer in gegenseitiger persönlicher Achtung -gerade bei unterschiedlichen Standpunkten und Zielen – auch eine Diskussionsweise pflegen, die vorbildlich sein kann.
Und ich hoffe, dass wir bald im Stadtrat mehr Zeit haben werden, damit wir diesen Saal zunehmend zum intensiven Gedankenaustausch über die Entwicklung unserer Stadt nutzen können.

 

Welche Vorgaben wir, die wir im Rathaus arbeiten, uns selbst gesetzt haben, ist jederzeit nachzulesen:

Das Leitbild, das die Mitarbeiter der Stadtverwaltung für sich erarbeitet haben, das Leitbild des Stadtrats und mein eigenes Leitbild haben wir ganz bewusst vor dem Eingang zum Sitzungssaal aufgehängt – für alle Bürger sichtbar und auch für uns immer deutlich vor Augen!

Als Leiterin der Stadtverwaltung möchte ich alle machbaren Voraussetzungen schaffen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt und weitergebildet werden, dass kreative, tatkräftige Mitarbeit in allen Abteilungen gefördert und verwirklicht wird – und dass wir gemeinsam nach besten Kräften den Bürgern dienen.

Aber ich wünsche mir auch, dass die Bürger die vielen Möglichkeiten, sich zu informieren und sich zu beteiligen verstärkt wahrnehmen – und auch die Arbeit der Stadträte und der Verwaltungsmitarbeiter wertschätzen.

Im Stadtrat sind wir verpflichtet, bei allen Einzelentscheidungen die Auswirkungen auf das Gesamtwohl zu bedenken und zu berücksichtigen. Die konsequente Umsetzung dieser Verpflichtung bedeutet zwangsläufig, gelegentlich nein zu Einzel- oder Gruppenanliegen sagen zu müssen. Nur so kann Glaubwürdigkeit entstehen und nur so können wir möglichst gerecht handeln.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ausführliche Informationen, technische Daten zum Bau und natürlich auch die Kosten für den Kauf des Rathausgebäudes und die Ausstattung finden Sie in der neuen Bürgerinformationsbroschüre und im Rathaus-Faltblatt.

Mit der Fertigstellung des Rathauses ist nun – abgesehen von wenigen Restarbeiten – das Gesamtprojekt abgeschlossen.

Lieber Herr Altbürgermeister Dr. Scherg,
zusammen mit dem damaligen Stadtrat haben Sie dieses für Marktheidenfeld zukunftsweisende Projekt auf den Weg gebracht. Heute ist auch für Sie alle ein Tag der Freude!

Wir wissen, dass das Projekt nicht nur Freunde und Befürworter hatte, sondern auch erhebliche Widerstände zu überwinden waren.

Ich stelle fest: Die angestrebten Ziele sind erreicht! Wir haben Vollversorgung in der Innenstadt, die lang erwünschte Tiefgarage ist entstanden, neue, qualitätsvolle Geschäfts- und Wohnräume wurden direkt im Zentrum verwirklicht und die Mitteltorstraße hat eine deutliche Aufwertung im Sinn der Altstadtsanierung erhalten.

 

Heute ist auch der Tag, Dank zu sagen:

Ich danke den angrenzenden Nachbarn, ohne deren Mitwirken dieser Meilenstein in der Entwicklung unserer Innenstadt nicht hätte gesetzt werden können. Danke an alle, die mit Rücksichtnahme und Geduld die Begleitumstände, die solch eine große Baustelle mit sich bringt, ertragen und mitgetragen haben.

Sehr geehrter Herr Schreiber, ich bedanke mich bei Ihnen, dem Bauherrn! In einigen Verhandlungen über Änderungen, Ergänzungen und Auslegungen gab es so manche Situation, in der wir wohl wechselweise kurz vor dem Verzweifeln waren. Die ehrliche Aussprache zwischen uns zum Finden einer fairen Lösung werde ich nicht vergessen.

Danke sage ich allen, die beim 14-tägigen Jour-fixe dabei waren und in vielen Gesprächen in guter Atmosphäre und Zusammenarbeit die Baumaßnahme begleitet haben.
Manchmal brauchten wir dabei viel Kaffee und „ein paar Kekse mehr“.

Besonders freue ich mich auch darüber, dass erhebliche Aufträge an Firmen in Marktheidenfeld und Umgebung vergeben wurden.
Danke an alle, die gerade in den letzten vierzehn Tagen mit großem Einsatz für die Fertigstellung und Ausgestaltung des Rathauses gesorgt haben.

Dankbar und froh dürfen wir alle sein, dass diese Baumaßnahme ohne größere Unfälle vollendet werden konnte. Mein aufrichtiger Dank gilt allen 500 Menschen, die an diesem Bauwerk mitgearbeitet haben, jeder Einzelne hat meinen Respekt für seine Arbeitsleistung.

Zwei Umzüge des Rathauses in knapp zwei Jahren,
Umstrukturierungen innerhalb der Verwaltung,
zwei Großbaustellen und die „Dauerbaustelle“ Maradies, an der durch gesetzliche Vorgaben zur Zeit noch im Hintergrund gearbeitet wird :

die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Bauhofs und die Mitglieder des Stadtrats hatten ein gewaltiges Arbeitspensum zu leisten. Für den großen Aufwand an Zeit und Kraft danke ich allen aufrichtig und herzlich!

 

Liebe Gäste!

Heute ist der Tag der offiziellen Übergabe des neuen Rathauses an die Stadt Marktheidenfeld – morgen feiern wir dieses Ereignis, wie es sich dafür gehört: Mit einem Tag der Offenen Tür und einem Bürgerfest!

Schließen möchte ich nun mit der Wiederholung der drei Wünsche beim Legen des Grundsteins im vergangenen Jahr :

  • Möge das neue Rathaus ein Ort der Begegnung, der fruchtbaren Arbeit und der Solidarität sein
  • Mögen die Menschen, die in diesem Haus arbeiten, mit Mut, Verantwortungsbewusstsein und Freude unserer Stadt und ihren Bürgern dienen und gute Entscheidungen treffen
  • Möge der Segen Gottes und Friede über diesem Haus und über unserer Stadt sein.

Um die Erteilung des Segens für unser Rathaus bitte ich im Anschluss an die Reden Herrn Dekan Becker und Herrn Pfarrer Töpfer.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

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