Guten Abend, liebe Marktheidenfelder
und herzlich willkommen zur Bürgerversammlung 2020!

Noch ganz neu ist das Jahr 2020 – ich wünsche Ihnen und Ihren Familien für das neue Jahr Gesundheit, Freude und Zuversicht!

Zu dieser Bürgerversammlung begrüße ich viele Kollegen und Kolleginnen aus dem Stadtrat und aus der Stadtverwaltung. Sehr gern nutze ich auch diese Gelegenheit, Ihnen den neuen Leiter unseres Bauamtes vorzustellen: Herrn Wilhelm Trabel.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Stadträte und die Mitglieder der Beiräte waren auch im vergangenen Jahr 2019 stark gefordert. Das zeigen

 

  • 23 Sitzungen des Stadtrats
  • 16 Sitzungen des Bau und Umweltausschusses
  • 17 Sitzungen der weiteren Ausschüsse
  • 7 Sitzungen der Beiräte und 7 Beratungen der Projektgruppe „Energiebewusstes Marktheidenfeld“.
  • Eine Bürgerversammlung  in der Kernstadt hatten wir am 8. Januar 2019.

 

Die Einwohnerentwicklung zeigt auch 2019 einen leichten Anstieg. Insgesamt verzeichnen wir mit Stand 31.12.2019 11.924 Einwohner in Marktheidenfeld.

98 Ehen wurden im vergangenen Jahr bei uns geschlossen, die weitaus meisten im Franck-Haus.

Weit über 11.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gibt es inzwischen in unserer Stadt. Im vergangenen Jahr erweiterte beispielsweise Hilite in Altfeld durch Bau einer Logistikhalle, Schleunungdruck erweiterte seinen Betrieb am Nordring, Warema am Dillberg und Procter und Gamble setzte den Spatenstich für eine neue Produktionshalle.

In den Unternehmen werden die Grundlagen erarbeitet, die sich als gute Einnahmen aus Gewerbesteuer und unserem Anteil an der Einkommensteuer im Haushalt der Stadt Marktheidenfeld wieder finden.

 

Dazu die wichtigsten Zahlen des vergangenen Jahres:

2019 verzeichneten wir Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von rund 20 Millionen Euro – erneut war das ein Ausnahmejahr!

Für 2020 kalkulieren wir mit Einnahmen von 10 Millionen Euro bei der Gewerbesteuer und 9,25 Millionen als Gemeindeanteil an der Einkommens- und Umsatzsteuer.

Die Rücklagen der Stadt betragen rund 25 Millionen Euro – für das Jahr 2020 sind aber auch Investitionen in Höhe von rund 30 Millionen Euro geplant: z.B. in das neue Feuerwehrhaus Marktheidenfeld, für den Gewerbepark Söllershöhe, der gerade erschlossen wird und für 25 städtische Wohnungen am Südring.

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Menschen bleiben oder gehen dorthin, wo sie Arbeit haben, sie leben gerne, wo sie eine ordentliche und bezahlbare Wohnung, intakte Natur, qualitätsvolle Betreuung und Bildung für ihre Kinder haben. Dazu die Nahversorgung mit allen wesentlichen Gütern und Dienstleistungen und ein gutes Kultur- und Freizeitangebot.

Dafür haben wir auch im Jahr 2019 in Stadtrat und Stadtverwaltung gearbeitet.

Vorsorge für Erweiterungsmöglichkeiten der Unternehmen in Marktheidenfeld aber auch für die Ansiedlung neuer Firmen haben wir im Stadtteil Altfeld getroffen. Dort haben wir im Gewerbegebiet Schlossfeld im Jahr 2019 rund 90.000 qm Gewerbeflächen verkauft; es verbleibt dort nur noch eine freie Gewerbefläche.

Vor wenigen Wochen konnten wir den ersten Spatenstich für den künftigen Gewerbepark Söllershöhe vornehmen. Dort werden nach der Erschließung 29 Hektar für Gewerbeflächen zur Verfügung stehen.

Das bedeutet auch künftig: Weitere gute Arbeits- und Ausbildungsplätze in Marktheidenfeld!

 

Die enorme gewerbliche Entwicklung von Altfeld zieht konsequenterweise die Ausweisung eines Wohnbaugebiets dort nach sich. Im „Märzfeld“, direkt angebunden an das bisherige Wohngebiet werden etwa 40 Einfamilienhäuser geplant; der Bebauungsplanverfahren läuft bereits.

Eine Freude war die Verwirklichung des Gemeindeentwicklungskonzepts in Altfeld mit dem Generationenpark, der unter Beteiligung der Bürger entwickelt und im Herbst eröffnet werden konnte. Nun ist das Gewerbegebiet „Schlossfeld“ an die neue Ortsmitte angebunden und zu Fuß und mit dem Fahrrad bequem erreichbar.

Mehr Verbindung gibt es auch in Zimmern: In Zusammenarbeit mit der dortigen Projektgruppe wurde der Ausbau des Schwabsgrabens geplant – ebenfalls im Herbst konnten wir die neue Verbindung von der Ortsmitte zum Main feiern.

In Glasofen heißt das GEK-Projekt Umbau und Anbau des Bürgerhauses. Die Bauarbeiten an diesem wichtigen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft werden im Frühjahr 2020 beendet sein.

In Oberwittbach ist die neue Ortsmitte in der Umsetzung.

In Marienbrunn beginnt die Umgestaltung des Ortseingangs Frühjahr/Sommer 2020.

In Michelrieth ist das GEK-Projekt gleichzeitig ein gemeinsames der Stadt Marktheidenfeld mit der Evangelischen Kirchengemeinde. Der Förderantrag für das Gemeindezentrum ist gestellt, wir erwarten noch die Zusage über die Förderhöhe.

 

Diese Begegnungsräume drinnen und draußen brauchen wir in der Mitte der Stadtteile ebenso wie in der Stadtmitte von Marktheidenfeld, wo dies durch Stadtbibliothek, vhs und Franck-Haus gesichert ist.

Zum Schutz unserer Häuser und Gebäude, vor allem aber unseres Lebens brauchen wir die Freiwillige Feuerwehr – Menschen aus unserer Mitte, die dazu bereit und ausgebildet sind. Ihnen ordentliche und dem Gesetz entsprechende Unterkünfte, Fahrzeuge und Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen, ist selbstverständlich. Durch unsere gemeinsame Agenda 2020, die wir mit allen Feuerwehren im Jahr 2012  vereinbart haben, konnten wir ein Konzept zur Aufteilung von Aufgaben und daraus auch ein Baukonzept entwickeln und verwirklichen:  Nach den Neubauten in Altfeld und Marienbrunn ist das neue Feuerwehrhaus Marktheidenfeld inzwischen im Rohbau fast fertiggestellt. Im Jahr 2020 wird das Gebäude fertiggestellt werden. Die Agenda ist damit planmäßig erfüllt.

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

alle, die in den letzten Jahren saniert, umgebaut oder neu gebaut haben, können mitreden: Die Baupreise haben inzwischen gigantische Höhen erreicht. Das setzt sich fort in teilweise gewaltig gestiegenen Mieten.

Deshalb ist auch die Stadt Marktheidenfeld in der Verantwortung, sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen und auch selbst zu betreiben.

Am Stauffenbergring ist bald das Mehrfamilienhaus bezugsfertig, für das die Stadt ein Grundstück im Erbbaurecht zur Verfügung gestellt hat. Das Gebäude wurde in Kooperation mit der Regierung von Unterfranken im Rahmen des „Wohnungspakts Bayern“  geplant.

Für das Projekt der Stadt Marktheidenfeld mit 25 Wohnungen am Südring wird im Frühjahr der Bau beginnen.

 

Wo Familien leben, werden Kindertagesstätten gebraucht!

In den fünf Kindertageseinrichtungen der Stadt werden zur Zeit 380 Kinder betreut; das sind 50 Kinder mehr als vor einem Jahr.

Mit dem Kindergartenjahr 2019/2020 konnten in der Kernstadt die Kinder in der Baumhofstraße ihre neue Kita in Besitz nehmen. Ich wiederhole gern das Motto der Erzieher, das in die Gebäudeplanung eingeflossen ist: „Lasst die Kinder in Ruhe… Erfahrungen sammeln“. Kinder, Erzieher und Eltern sind sehr glücklich mit den neuen Räumen – über das sehr positive Echo haben wir uns gefreut!

Familienarbeit unterstützen wir durch Kitas, durch Jugendpflege, Jugendhaus und durch zusätzliche Schulsozialarbeit, die von der Stadt mitfinanziert wird. Umfassende Familienberatung hat bei uns eine Adresse: Fränkisches Haus! Im vergangenen Jahr konnten wir uns freuen über den Umzug der Demenzberatungsstelle RuDiMachts hierher und über den neu eröffneten Familienstützpunkt, der durch das Land Bayern gefördert wird.

Drei Mitarbeitern in Vollzeit im Jugendhaus und die Stadtjugendpflegerin sind Anlaufstelle und Sprachrohr für alle Jugendlichen, sie sind Netzwerker und Animateure, sie organisieren Veranstaltungen, Freizeitcamps und ermöglichen sinnvolle Freizeitgestaltung mit Spaß. Sie leisten täglich hervorragende Präventions- und Integrationsarbeit. Und sie tragen mit interkulturellen Jugendbegegnungen dazu bei, dass unsere Städtepartnerschaften für Jugendliche erlebbar werden und „Nachwuchs“ möglich ist!

Unterstützung erleben wir mit großer Dankbarkeit durch viele Kooperationen zwischen Kitas, Schulen, Jugendhaus, Stadtbibliothek und Organisationen, Vereinen sowie engagierten Bürgern: beispielsweise durch Lebenshilfepaten, Lesepatenschaften, Integrationshelfer, Ferienprogramme, bei der „Tafel“, durch die Initiative „Lebendige Gärten“ und das Repair-Café.

Die neueste Kooperation ist das „MusikForum“, das Stadt und Balthasar-Neumann-Gymnasium im Herbst aus der Taufe gehoben haben.

Im „Kulturdreieck“ zwischen Stadtbibliothek, vhs und Franck-Haus sind viele Bildungsangebote und Veranstaltungen „verortet“, die wir als Stadt Marktheidenfeld dauerhaft zu moderaten Preisen oder sogar kostenfrei anbieten.

Durch diese drei Einrichtungen, die sehr bewusst an diesen Orten installiert wurden, bringen wir eine große Zahl von Menschen in die Stadtmitte. Allein die Stadtbibliothek verzeichnete von Januar bis Dezember rund 60.000 Besucher.

Die Vernetzung dieser Einrichtungen wird auch durch gemeinsame Veranstaltungsreihen erlebbar, die ebenso gut angenommen werden wie die Konzerte im Stadtgärtchen oder die Musik zum Feierabend – und vieles mehr, was von der Stadt und in Zusammenarbeit mit Werbegemeinschaft und HGM organisiert wird.

Dass die Laurenzi-Messe auch 2019 wieder rund 120.000 Menschen nach Marktheidenfeld gebracht hat, sei am Rande auch erwähnt – und ebenso selbstverständlich ist inzwischen unser Freizeitzentrum Wonnemar, das es seit 2012 gibt – mit rund 220.000 jährlichen Besuchern.

Damit auch die vielen älteren Mitbürger bequem die Innenstadt erreichen und sich dort gern aufhalten, haben wir 2009 mit dem barrierefreien Zugang zum ZOB begonnen und inzwischen Komfortstreifen in Kirchgasse, Hofgasse, Bronnbacher Straße mit Umfeld vhs und Stadtbibliothek eingebaut. In der Mitteltorstraße wird der Komfortstreifen in Kürze fertiggestellt.

Dass die Stadt für einen Vollsortimenter unter dem Dach des Rathauses ebenso gesorgt hat wie für eine Tiefgarage „mittendrin“, bedeutet ebenfalls: Leben im Zentrum! Wie viele Menschen sehr gern in der Altstadt leben, sieht man an der großen Zahl von neuen Wohnungen und Häusern, die in den letzten Jahren entstanden sind bzw. saniert wurden.

Nahezu alle Ratschläge aus vielen Gutachten, viele gute Beispiele aus anderen Städten, was eine Kommune leisten kann, um ihr Zentrum lebendig zu erhalten, hat die Stadt Marktheidenfeld umgesetzt.

Bisher nicht umgesetzt wurde der Rat der Verkehrsgutachter seit mehr als 30 Jahren, den Parkplatzsuchverkehr zu minimieren und deshalb den Mainkaiparkplatz für Berechtigte (d.h. für Anwohner und für Gäste der Beherbergungsbetriebe) umzuwidmen.

Die „Ersatzparkplätze“ dafür stehen allerdings schon auf der Martinswiese bereit. Die leider notwendigen Poller, um die Einhaltung der beschlossenen Regelungen durchzusetzen, werden demnächst alle funktionieren…

 

Der völlige Umbruch im Kaufverhalten und damit im Einzelhandel ist jedoch durch alle Maßnahmen der Stadt nicht aufzuhalten. Der Verbraucher allein hat die Macht darüber, ob und welche Geschäfte weiter existieren. Den Ladeninhabern kann die Eigenverantwortung für ihre Konzepte und ihr Marketing nicht abgenommen werden, für Verpächter leerstehender Läden und ihre Preisgestaltung gilt dies ebenso.

 

Dass wir im Rathaus inzwischen mit einem bekannten Investor über die Zukunft der großen Gewerbeflächen und auch Brachflächen des Kaufhauses Lermann mitten im Zentrum verhandeln, ist allerdings sehr erfreulich  – und ich bin sicher: Dieses Projekt wird in jeder Weise neuen Schwung in unsere Stadt bringen! Ich hoffe sehr, dass der Spruch „Wir heißen Einzelhändler, weil wir alle einzeln handeln“ schon bald der Vergangenheit angehört. Denn nur im Miteinander und in der Vernetzung kann Dauerhaftes und Gutes gelingen. Die Voraussetzungen dazu hat Marktheidenfeld alle: Real und digital!

Die weitere Digitalisierung der Welt wird ebenso fortschreiten und vieles völlig verändern – ob wir das wollen oder nicht. Unsere Schulen und öffentlichen Einrichtungen sind dafür technisch vorbereitet. Dringend nötig ist es allerdings, dass die große Politik erkennt: Lehrer können neben ihren deutlich gewachsenen Aufgaben nicht auch noch „so nebenbei“  IT-Spezialisten im Selbststudium sein. Es  gibt nicht ohne Grund dafür Studiengänge und jahrelange Berufsausbildung. Allein der sichere Umgang mit allen Daten macht die Anstellung von dafür ausgebildeten Mitarbeitern in allen Schulen notwendig.

Unbefriedigend für Marktheidenfeld und sein Umland ist auch in diesem Jahr der Stand der Weiterentwicklung am Krankenhaus. Ich bedaure es sehr, dass der Landkreis noch immer nicht zu klaren Entscheidungen über die Nachnutzung gekommen ist. Deshalb hoffe ich sehr, dass dies im ersten Quartal der Fall sein wird.

Zukunft hat der weitere Ausbau der ausgezeichneten geriatrischen Rehaklinik in Marktheidenfeld und auch bei uns wird sich, wie in vielen anderen Städten, die medizinische Versorgung durch erheblich mehr und bessere Zusammenarbeit von Facharztpraxen verändern – und ganz sicher nicht verschlechtern.

Das Wecken von völlig falschen Hoffnungen und das Beharren auf Forderungen von vor 10 Jahren bei völlig veränderten gesetzlichen Bedingungen – und das beim erneut festgestellten riesengroßen Mangel an Pflegekräften und ärztlichem Personal ist meiner Meinung nach unredlich!

 

Große Sorgen bereiten auch uns die Folgen der Klimaveränderung. Sie werden uns die weitaus meisten Probleme – wirkliche Probleme! – bereiten.

Marktheidenfeld hat sich dem Leitgedanken der Agenda21 verpflichtet: Ökonomie, Ökologie und soziales Miteinander in möglichst guten Einklang zu bringen: daran arbeiten wir.

Regenwassernutzung, Zisternenbauförderung, Solarenergie, Stadtbus  –schon seit den 1990er Jahren wurden klimarelevante politische Entscheidungen im Stadtrat getroffen.

Mit dem 2013 beschlossenen Klimaschutzkonzept haben wir bereits ein Handlungspapier, dessen Umsetzung deutlich beschleunigt werden kann. Die sehr aktive Bürgerbeteiligung der Gruppe „Energiebewusstes Marktheidenfeld“ bekommt jetzt hoffentlich zusätzlichen Rückenwind durch die Jugend!

Im Netzwerk Energieeffizienz arbeitet die Stadt seit 2017 mit anderen Kommunen zusammen und profitiert vom praktischen Erfahrungsaustausch.

Digital abrufbar seit einigen Monaten ist das Online-Tool EnergieMonitor, mit dem sich jeder Bürger informieren kann über den aktuellen Verbrauch von Energie, die Eigenversorgung und die Quellen der Energieversorgung.

Wir nutzen erneuerbare Energien: Ökostrom für die Versorgung der Stadt, Heizung städtischer Gebäude mit Pellets und Holzschnitzelanlagen, durch Photovoltaik auf den Dächern, durch Holztafelbauweise und ökologische Baustoffe beim Innenausbau. Städtische Fahrzeuge fahren seit Jahren mit Elektro- und Hybridantrieb und der Stadtbus fährt demnächst als Elektrobus.

 

Höchstes Augenmerk hat unsere Trinkwasserversorgung. Die extreme Trockenheit nimmt zu – das ist messbar und nachweisbar. Sorgen bereitet außer dem niedrigen Grundwasserstand die Tatsache, dass sich durch die sehr geringen Niederschläge die Schadstoffkonzentration erhöht – das heißt bei uns: erhöhte Nitratwerte im Trinkwasser.

Im Stadtwald ist der Klimawandel deutlich sichtbar durch immense Schäden v.a. durch Borkenkäfer- und Pilzbefall. „Nachhaltiger Holzeinschlag“, wie in Marktheidenfeld Grundsatz, heißt für uns etwa 4.700 Festmeter pro Jahr. In diesem Jahr wurden bereits 5.400 Festmeter Schadholz entfernt und aufgearbeitet – etwa die gleiche Menge wird noch einmal für abgestorbene Bäume geschätzt, die zügig entfernt werden müssen. Ein riesiges Problem für unseren Wald auch als Co2-Speicher…

Beträchtliche Nachpflanzungen und ihr Schutz vor Verbiss werden für viele Jahre eine Großaufgabe sein.

Im Haushalt 2020 sind zur Sicherung der Wasserversorgung auch Planungskosten für die Erschließung eines neuen Brunnens und den Bau einer Aufbereitungsanlage enthalten. Bereits im letzten Jahr habe ich deutlich gemacht, dass erhebliche Investitionen in die Wasserversorgung nötig sind. Und dazu: Erheblich mehr Aufmerksamkeit für unseren Wald – wie auch für „Quellen der Beeinträchtigung“  unserer Wasserqualität.

Dass wir das nicht isoliert tun, wird immer wichtiger: Die Kommunale Allianz Marktheidenfeld haben wir vor 5 Jahren gegründet, denn wir brauchen uns und unsere Ressourcen gegenseitig. Das gilt zu allererst für das Trinkwasser, aber auch für andere viele Entscheidungen, die künftig immer mehr gemeinsame sein müssen. Nötig ist deshalb noch viel mehr kommunale Zusammenarbeit auf Augenhöhe!

Wichtige Gesprächsthemen der Kommunalen Allianz des Jahres 2019 waren  neben der künftigen Bewirtschaftung der Kommunalwälder die ärztliche Versorgung, die Informationssicherheit und die Optimierung des Kernwegenetzes.

Unser Umgang mit der Natur, die Umwandlung von natürlichen oder landwirtschaftlichen Flächen in Bau- und Gewerbegebiete wird zu Recht kritisch diskutiert. Am Beispiel des neuen Gewerbeparks Söllershöhe Altfeld möchte ich Ihnen Ziele und Widersprüche deutlich machen:

 

Der neue Gewerbepark Söllershöhe stellt sicher, dass Firmen erweitern und neue sich ansiedeln können.

Ist das zu verantworten, dass wir eine Fläche von 48 Hektar erschließen?

Niemand hat sich die Beantwortung dieser Frage leicht gemacht.

Die Abwanderung der jungen Menschen in die großen Städte wird jedoch zunehmend zum Problem. Um sie auch hier „auf dem Land“ zu halten, müssen wir für sie Möglichkeiten zum Bleiben oder Zurückkommen schaffen, egal, welche Ausbildung oder welches Studium sie absolvieren. Dafür haben wir in Marktheidenfeld gesorgt.

Und so wie wir das im Rahmen der Bauleitplanung Söllershöhe getan haben, können wir dieses Gewerbegebiet verantworten:

Von 48 ha Gesamtfläche werden auf 29 ha Gewerbeflächen entstehen. Rund 14 ha werden als hochwertige Grünflächen angelegt – in Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten und den Landwirten.

Für die Gebäude gibt es Bedingungen, wie die Teilbegrünung von Dächern und Fassaden sowie die Auflage, nur einen geringen Teil der Gewerbefläche zum Parken ausweisen zu können.

Ganz sicher ist: Die Nutzung unserer bebauten Flächen und die Qualität der Bebauung muss sich dringend verbessern!

Bedenklich ist, dass in Deutschland der Flächenverbrauch für die Ausweisung von Neubaugebieten und hier v.a. für Einfamilienhäuser noch erheblich größer ist als für die Ausweitung von Gewerbeflächen. Auch bei uns ist die Nachfrage groß und die Wohnflächen steigen. Wenn jedoch Gartenflächen zunehmend für Schotterwüsten und Mauerbauten genutzt werden und sämtliche Freiflächen versiegelt werden, dann ist weiterer Landverbrauch sicher nicht zu verantworten. Wir haben für Parkplätze eine Mindestbegrünung geregelt – offenbar ist das künftig auch für Gärten dringend nötig.

Für die Zukunft gilt: Vorrang für die Nutzung und Sanierung des vorhandenen Baubestands und qualitätsvolle Nachverdichtung samt neuer Grünordnung.

 

Sicher ist: Veränderungen sind nötig und müssen beschleunigt werden!

Besonders schwierig ist das offenbar noch immer beim Thema Mobilität, obwohl allein die zunehmende Zahl älterer Menschen dafür einen ganz anderen Bedarf hat als noch mehr Autos und Parkplätze!

Hier gibt es auch bei uns im Umdenken und Handeln noch gewaltigen Nachholbedarf.

Nur nachhaltige Investitionen sind vernünftig und nutzen den Menschen in allen Bereichen unseres Lebens.

Zum künftigen guten Zusammenleben möchte ich in dieser Bürgerversammlung wiederholen, was ich schon bei der Jahresschlusssitzung des Stadtrats betont habe:

Probleme durch weitsichtiges Planen und Handeln verhindern bzw. sie lösen oder zu minimieren: das ist Aufgabe des Stadtrats. Nicht Aufgabe eines Stadtrats ist die Aufnahme oder das Abarbeiten von Wunschlisten.

Vieles, was zurzeit problematisiert wird, sind gar keine Probleme, sondern ganz normale Aufgaben des täglichen Lebens, zu denen die Lösungsvorschläge unterschiedlich sein können. Um die nötigen Entscheidungen rechtzeitig zu treffen – dafür wählen wir demnächst wieder in demokratischer Abstimmung die Bürger, die uns im Stadtrat vertreten.

Maßlose Kritik und Anfeindungen, weil sie diese Entscheidungen treffen, sind nicht hinnehmbar!  Lob und auch Neid „von außen“ erfahren wir in Marktheidenfeld oft – es wäre schön, wenn wir uns auch ab und zu über das, was wir haben, freuen könnten! Es ist nicht angemessen, wenn unsere Stadt mit ihren knapp 12.000 Einwohnern mit den Angeboten mehrfach größerer Städte verglichen wird. Vergleiche mit Städten entsprechender Größe müssen wir wahrhaftig nicht scheuen.

Diejenigen, die lautstark Forderungen im Eigeninteresse erheben, diejenigen, denen das bisher Erreichte stets zu wenig ist, sollten sich ab und zu nach ihrem eigenen Beitrag fragen…

Es ist eine kleine Gruppe, die wir in Marktheidenfeld wie darüber hinaus nicht überbewerten dürfen. Aber die wir nicht ignorieren, sondern der wir mit guten Argumenten und mit Tatsachen nachweisen können: Es ging uns insgesamt noch nie so gut wie heute – deshalb gehört es erst recht zu unseren Aufgaben, uns um diejenigen zu kümmern, denen es nicht gut geht!

In Marktheidenfeld sind wir in der glücklichen Lage, dass wir uns durch gute Einnahmen vieles leisten können, wovon andere Gemeinden nur träumen. Das ist auch der Stadt nicht „in den Schoß gefallen“, sondern es wurde seit Jahrzehnten dafür beständige gute Arbeit geleistet. Allen Vordenkern und Vorkämpfern gilt mein aufrichtiger Dank und mein Respekt für die herausragend guten Grundlagen, auf denen die Arbeit in Stadtrat und Stadtverwaltung aufbauen kann!

Dass  es beim Austausch der Argumente durchaus heftig zur Sache gehen kann – das war auch früher so. Das einzig Wichtige war und bleibt: Es muss ein sachlich-fairer Wettstreit um die besten Vorschläge für Marktheidenfeld sein! Darum soll, darf und muss selbstverständlich gestritten werden! Aber mit dem nötigen Anstand!

 

 

Am Ende dieses Rückblicks danke ich sehr herzlich

  • allen Marktheidenfeldern, die mit Familienarbeit und Nachbarschaftshilfe die Grundlagen unseres Zusammenlebens schaffen
  • allen Kooperationspartnern, die uns helfen, eine faire Stadt des Miteinander und Füreinander zu sein
  • und den vielen Mitbürgern, die ehrenamtlich in Feuerwehren, Hilfs- und Rettungsdiensten, in Projektgruppen und Beiräten, in den Kirchen, Vereinen und Organisationen für uns alle arbeiten.
  • Ich danke allen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die Werte schaffen und im Geist einer wirklich sozialen Marktwirtschaft handeln und zusammen wirken.
  • Danke sage ich für die Begleitung unserer Arbeit im Stadtrat durch die Pressearbeit, für konstruktive Kritik und Rat – und für Aufmunterung und Lob!
  • Ein herzliches Dankeschön sage ich den Mitarbeitern in unserem Dienstleistungszentrum Stadtverwaltung mit allen seinen Einrichtungen, die im Jahr 2019 wieder überwiegend mit Freude und großem Engagement ihren Mitbürgern gedient haben. Es war viel Arbeit, die geleistet und manchmal auch zugemutet wurde. Danke allen, die auch das ertragen und mit getragen haben.
  • Der gleiche Dank gilt den Kollegen und Kolleginnen im Stadtrat für ihren Einsatz, für Fairness und Unterstützung und meinen Stellvertretern Martin Harth und Joachim Hörnig.

 

Liebe Marktheidenfelder,

„Wenn wir wollen, das alles so bleibt wie es ist, dann ist es nötig, dass sich alles verändert“ – dieses berühmte Zitat * gilt nach wie vor und für uns alle.

 

Vor den nötigen Veränderungen müssen wir keine Angst haben. Wir haben alle Voraussetzungen dafür  – aber wir brauchen Menschen, die täglich in ihrem Wirkungskreis mit Verstand, Herz, Tatkraft und Mut daran mitwirken.

Anstand und Respekt, Mitmenschlichkeit und Toleranz sind Charaktereigenschaften von Menschen, die gern und überzeugt von ihrem Tun arbeiten. Diese Eigenschaften setzen nicht die Erfüllung irgendwelcher Forderungen voraus, sondern sind Grundlage für ein faires Miteinander, in der Familie ebenso wie in Parteien, Vereinen, Unternehmen, in Stadt und Staat. Eine große Mehrheit der Menschen in unserer Stadt lebt und arbeitet genau so.

Darum bitte ich Sie alle auch im Jahr 2020 und darüber hinaus!

 

Alle guten Wünsche für Sie und Ihre Familien im neuen Jahr
und herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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