Sehr geehrter Ehrenbürger Leonhard Scherg mit Gattin,
sehr geehrte Ehrenringträger,

liebe Kollegen und Kolleginnen aus dem Stadtrat,
liebe Mitarbeiter des Sitzungsdienstes,
 

sehr geehrte Vertreter der Presse,
sehr geehrte Damen und Herren!

 

Herzlich willkommen zur Jahresschlusssitzung 2019!

Ich freue mich, dass so viele unsere Einladung annehmen konnten und darf Sie grüßen von den beiden Ehrenbürgern, die leider heute nicht bei uns sein können: Armin Grein und Uwe Lambinus.

 

Wir denken heute besonders an zwei Menschen, die im vergangenen Jahr verstorben sind:

Bernd Seidemann, der von 1990 bis 2002 als gewählter Ortssprecher den Stadtteil Zimmern im Stadtrat vertreten hat und Hans-Wilhelm Armstark. Er hat jahrzehntelang vor allem mit seiner Graphik im besten Sinn für Marktheidenfeld geworben und wurde dafür im Jahr 2000 mit der Verdienstmedaille geehrt.

Bitte denken Sie mit mir in einer Schweigeminute an die Verstorbenen.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Beginn dieses Jahresrückblicks stehen wie immer einige Zahlen aus der Statistik. Im Jahr 2019 gab es

  • 23 Sitzungen des Stadtrats
  • 16 Sitzungen des Bau- und Umweltausschusses
  • 17 Sitzungen der weiteren Ausschüsse
  • und mehrere Sitzungen des Rechnungsprüfungsausschusses

 

Die Mitglieder der Beiräte tagten

  • im Sanierungsbeirat und im Umweltbeirat je 4 x
  • im Jugendbeirat 2 x
  • und im Integrations- und Neubürgerbeirat 1 x

Sieben Mal kam die Projektgruppe „Energiebewusstes Marktheidenfeld“ zu Beratungen zusammen.

In der Kernstadt hatten wir am 8.1.2019 eine Bürgerversammlung.

Die Bevölkerungsentwicklung in Marktheidenfeld zeigt 2019 einen leichten Anstieg – Ende November hatte die Stadt insgesamt 11.939 Einwohner und damit 45 mehr als vor einem Jahr. Dass 40 Neubürger zum Empfang im Rathaus gekommen sind, hat mich sehr gefreut!

 

Unsere gute Finanzlage ermöglicht es, auch im nächsten Jahr die geplanten erheblichen Investitionen fortzuführen.

Der Haushalt für das kommende Jahr wurde im Stadtrat am 5. Dezember einstimmig beschlossen.

 

Die wichtigsten Zahlen dazu in Kürze:

2019 verzeichneten wir Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von rund 20 Millionen Euro – erneut war das ein Ausnahmejahr!

Für 2020 kalkulieren wir mit Einnahmen von 10 Millionen Euro bei der Gewerbesteuer und 9,25 Millionen als Gemeindeanteil an der Einkommens- und Umsatzsteuer.

Die Rücklagen betragen rund 25 Millionen Euro – für das Jahr 2020 sind aber auch Investitionen in Höhe von rund 30 Millionen Euro geplant: z.B. in das neue Feuerwehrhaus Marktheidenfeld, für den Gewerbepark Söllershöhe, der gerade erschlossen wird und für 25 städtische Wohnungen am Südring, wo im nächsten Jahr der Bau beginnt.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Menschen bleiben oder gehen dorthin, wo sie Arbeit haben. Sie wünschen sich eine gute, bezahlbare Wohnung, intakte Natur, qualitätsvolle Betreuungs- und Bildungsmöglichkeiten für ihre Kinder, die Nahversorgung mit allen notwendigen Gütern und Dienstleistungen und ein gutes Kultur- und Freizeitangebot.

Dafür gute Grundlagen zu schaffen – daran arbeiten wir dauerhaft in Marktheidenfeld und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Inzwischen selbstverständlich sind: Umfassende Informationen, Bürgerbeteiligung mit vielen Möglichkeiten, Vorschläge einzubringen und an der Umsetzung mitzuarbeiten. Dass das auch funktioniert, ist in diesem Jahr beispielsweise sichtbar bei den abgeschlossenen GEK-Projekten Schwabsgraben Zimmern und Generationenpark Altfeld, aber auch bei der neuen Kindertagesstätte Baumhofstraße. Hier wurde das pädagogische Leitbild durch Beteiligung der Erzieher bei der Gebäudeplanung einbezogen.

Die Umsetzung von Anregungen zeigt auch der weitere barrierefreie Ausbau der Innenstadt. Begonnen haben wir 2009 mit den Zugängen zum ZOB; es folgte 2013 der Einbau von Komfortstreifen in der Kirchgasse und 2014 in der Hofgasse. Jährlich wird seitdem eine weitere Straße ausgebaut. Nach der Bronnbacherstraße mit Umfeld Stadtbibliothek, Alte Schmiede und Vhs im letzten Jahr, erfolgt gerade der Einbau in der Mitteltorstraße.

 

Bauen und Wohnen

Nachhaltig ist es, alles zu tun, um eine heterogene Zusammensetzung der Wohnbevölkerung zu erreichen – in Marktheidenfeld ist das der Fall. Es gibt keine Armen- und Reichenstadtteile und schon gar keine „Ausgrenzbereiche“.

Das und vieles mehr ist ein großer Erfolg der städtischen Baulandpolitik seit 1949! Nirgends im Umkreis gab es städtische Bauplätze in dieser Zahl – mit fairen Auswahlkriterien beim Verkauf und für viele bezahlbar. Diese gute Basis wurde über die Jahrzehnte bis heute beibehalten und weiter entwickelt.

Neue Wohnungen und viele Haus- und Wohnungssanierungen in der Altstadt führten zur sinnvollen Nachverdichtung bei gleichzeitig hoher Wohnqualität. Die Altstadtsanierung mit ihrem Beginn Mitte der 1980er Jahre hat dafür die Grundlagen gelegt.

Den städtischen Sozialen Wohnungsbau haben wir wieder in Gang gesetzt – es ist dringend nötig! Die ersten 12 Wohnungen im Rahmen des Wohnungspakts Bayern wurden in Kooperation mit der Regierung von Unterfranken geplant. Sie entstehen gerade am Stauffenbergring und werden voraussichtlich im Sommer 2020 fertiggestellt. Ab Frühjahr beginnt dann der Bau der Wohnungen am Südring.

Auch die Stadt kann nicht zu „sozialen Preisen“ bauen. Wenn jedoch immer mehr Menschen – darunter zunehmend Rentner – sich die Mieten nicht mehr leisten können,

sind wir als Stadt mit in der Verantwortung. Politische Preise haben wir für vieles im Land, wenn wir die vielen Subventionen bedenken – politische Preise für Sozialmieten sollten wir sicher nicht zuerst diskutieren!

 

Bauflächen sind endlich.

Die Qualität der Nutzung muss sich deshalb dringend verbessern.

Der neue Gewerbepark Söllershöhe stellt sicher, dass Firmen erweitern und neue sich ansiedeln können. Das bedeutet: Weitere Arbeits- und Ausbildungsplätze für Marktheidenfeld und sein Umland.

Tatsache ist jedoch auch, dass wir eine Fläche von 48 Hektar erschließen.

Ist das zu verantworten? Niemand hat sich die Beantwortung dieser Frage leicht gemacht.

Die Abwanderung der jungen Menschen in die großen Städte wird jedoch zunehmend zum Problem. Um sie auch hier „auf dem Land“ zu halten, müssen wir die Möglichkeiten zum Bleiben oder Zurückkommen schaffen, für unsere Kinder und Enkel – welche Ausbildung oder welches Studium sie auch immer absolvieren. Dafür haben wir in Marktheidenfeld gesorgt.

 

Und so wie wir das im Rahmen der Bauleitplanung Söllershöhe getan haben, können wir dieses Gewerbegebiet verantworten:

Von 48 ha Gesamtfläche werden auf 29 ha Gewerbeflächen entstehen. Rund 14 ha werden als hochwertige Grünflächen angelegt – in Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten und den Landwirten.

Für die Gebäude gibt es Bedingungen, wie die Teilbegrünung von Dächern und Fassaden sowie die Auflage, nur einen geringen Teil der Gewerbefläche zum Parken ausweisen zu können.

 

Bedenklich ist, dass in Deutschland der Flächenverbrauch für die Ausweisung von Neubaugebieten und hier v.a. für Einfamilienhäuser noch erheblich größer ist als für die Ausweitung von Gewerbeflächen. Auch bei uns ist die Nachfrage groß. Wenn jedoch Gartenflächen zunehmend für Schotterwüsten und Mauerbauten genutzt werden und sämtliche Freiflächen versiegelt werden, dann ist weiterer Landverbrauch sicher nicht zu verantworten. Wir haben für Parkplätze eine Mindestbegrünung geregelt – offenbar ist das künftig auch für Gärten dringend nötig.

Für die Zukunft gilt: Vorrang für die Nutzung und Sanierung des vorhandenen Baubestands und qualitätsvolle Nachverdichtung samt neuer Grünordnung.

 

Wichtigste Voraussetzung für jegliche weitere Vergrößerung ist jedoch die qualitativ und quantitativ ausreichende Trinkwasserversorgung!

Die extreme Trockenheit  nimmt zu – das ist keine Panikmache, sondern messbar. Sorgen bereitet allerdings nicht nur der niedrige Grundwasserstand, sondern auch die Tatsache, dass sich durch die sehr geringen Niederschläge die Schadstoffkonzentration erhöht; das heißt bei uns: erhöhte Nitratwerte im Trinkwasser.

 

Im Stadtwald ist der Klimawandel sichtbar durch immense Schäden v.a. durch Borkenkäfer- und Pilzbefall. „Nachhaltiger Holzeinschlag“, wie in Marktheidenfeld Grundsatz, heißt für uns etwa 4.700 Festmeter pro Jahr. In diesem Jahr wurden bereits 5.400 Festmeter Schadholz entfernt und aufgearbeitet – etwa die gleiche Menge wird noch einmal für abgestorbene Bäume geschätzt, die zügig entfernt werden müssen. Ein riesiges Problem für unseren Wald auch als CO2-Speicher…

Beträchtliche Nachpflanzungen und ihr Schutz vor Verbiss werden für viele Jahre eine Großaufgabe sein.

 

Im Haushalt 2020 sind zur Sicherung der Wasserversorgung auch Planungskosten für die Erschließung eines neuen Brunnens und den Bau einer Aufbereitungsanlage enthalten. Bereits im letzten Jahr habe ich an dieser Stelle deutlich gemacht, dass erhebliche Investitionen in die Wasserversorgung nötig sind. Und dazu: Erheblich mehr Aufmerksamkeit für unseren Wald – wie auch für „Quellen der Beeinträchtigung“ unserer Wasserqualität – um das heute sehr vorsichtig zu formulieren…

Dass wir das nicht isoliert tun, wird immer wichtiger: Die Kommunale Allianz Marktheidenfeld haben wir vor 5 Jahren gegründet, denn wir brauchen uns und unsere Ressourcen gegenseitig. Das gilt zu allererst für das Trinkwasser, aber auch für andere viele Entscheidungen, die künftig immer mehr gemeinsame sein müssen. Nötig ist deshalb noch viel mehr kommunale Zusammenarbeit auf Augenhöhe!

Wichtige Gesprächsthemen der Kommunalen Allianz des Jahres 2019 waren die ärztliche Versorgung, die Informationssicherheit, die künftige Bewirtschaftung der Kommunalwälder und die Optimierung des Kernwegenetzes.

 

Mitverantwortung für das Klima

haben wir alle – als Stadt übernehmen wir sie auch!

Ein Energie- und Klimaschutzkonzept für Marktheidenfeld haben wir schon 2013 verabschiedet – die Umsetzung kann sicher noch beschleunigt werden…

Im Netzwerk Energieeffizienz arbeitet die Stadt Marktheidenfeld gemeinsam mit 200 Kommunen seit 2017 und profitiert vom praktischen Erfahrungsaustausch.

Wir nutzen erneuerbare Energien: Ökostrom für die Versorgung der Stadt, Heizung städtischer Gebäude wie Rathaus, Bauhof, Kitas, neue Schulgebäude mit Pellets und Holzschnitzelanlagen, durch Sonnenenergieerzeugung und Photovoltaik auf den Dächern, durch Holztafelbauweise und ökologische Baustoffe auch beim Innenausbau.

Städtische Fahrzeuge seit Jahren mit Elektro- und Hybridantrieb und der Stadtbus wird ab 2020 als Elektrobus fahren – bis es etwas Besseres gibt!

Digital abrufbar seit einigen Monaten ist das Online-Tool EnergieMonitor, mit dem sich jeder Bürger informieren kann über den aktuellen Verbrauch von Energie, die Eigenversorgung und die Quellen der Energieversorgung.

 

Bildung, Betreuung, Beratung und Unterstützung der Familienarbeit

durch Kindertagesstätten, Jugendpflege, Jugendhaus, durch zusätzliche Schulsozialarbeit, die die Stadt finanziert – das ist in Marktheidenfeld gewährleistet.

Sichtbar sind die neuen Gebäude – nicht sichtbar ist, dass auch die Voraussetzungen für die Digitalisierung getroffen wurden: Die Förderverfahren für die Glasfaseranbindung der Grundschule und für den Schulverband Mittelschule sind abgeschlossen, die Förderbescheide liegen vor. Alle Verfahren warten auf die Ausführung…

Beides aber bildet nur den „Rahmen“ – das Wichtigste sind die Menschen, die in den Kitas, in der Jugendpflege, in den Schulen wirken. Zur Unterstützung der Bildungs- und Erziehungsarbeit, die in Marktheidenfeld geleistet wird, tragen ganz erheblich Kooperationen zwischen Kitas, Schulen und der Stadtbibliothek einerseits und Organisationen, Firmen sowie engagierten Bürger bei:

Lebenshilfe-Paten, Lesepatenschaften, Integrationshelfer, Ferienprogramme, Ehrenamtsvermittlung, Engagement im Repair-Café und bei der „Tafel“, Initiative Lebendige Gärten und vieles mehr – das alles ist gelebte soziale Stadt.

Wir sind sehr dankbar für die unschätzbare Mitarbeit so vieler Menschen, die ehrenamtlich mit Hand und Herz dabei sind!

 

Neu in diesem Jahr ist der Familienstützpunkt und die Demenzberatungsstelle RuDiMachts an neuer Adresse

im Fränkischen Haus, das nun DIE Anlaufstelle für jede Beratungsmöglichkeit in Sichtkontakt zum Rathaus geworden ist.

 

Räume brauchen wir zur Begegnung, für Freizeit und Sport

So in Marktheidenfeld die neue Stadtbibiothek, in Altfeld den Generationenpark, in Zimmern den neu gestalteten Schwabsgraben.

In Glasofen geht der An- und Umbau des Bürgerhauses auf die Zielgerade. Es folgen bald die Neugestaltung der Dorfmitte in Oberwittbach und Marienbrunn – und ein neues Gemeindezentrum in Michelrieth, das wir gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde planen.

Gesorgt haben wir für Erholungs- und Sportmöglichkeiten: Das Freizeit- und Wellnesszentrum Wonnemar ist für Marktheidenfeld ein Aushängeschild!

 

Kulturarbeit 

Vernetzung heißt auch hier das Zauberwort:

Franck-Haus – Vhs – Rathaus – Stadtbibliothek: alles findet in Marktheidenfeld „innen“ statt: über 55.000 Personen haben in diesem Jahr bis Ende November allein die Stadtbibliothek besucht, weitere 9.200 die Vhs und rund 15.000 das Franck-Haus.

Die Zusammenarbeit dieser Einrichtungen mit dem Stadtmarketing und untereinander ist hervorragend und wird jährlich ausgebaut.

Bestehende Veranstaltungsreihen wie „Wortkunst“ oder die Konzerte im Stadtgärtchen werden fortgesetzt.

Neu begründet wurde 2019 das MusikForum Marktheidenfeld, eine Kooperation mit dem Balthasar-Neumann-Gymnasium.

Mit „anziehenden“ Veranstaltungsreihen, die die Stadt regelmäßig in Zusammenarbeit mit Werbegemeinschaft und HGM organisiert, gelingt es, viele Menschen in die Innenstadt zu bringen, die sich treffen, fröhlich feiern, schlemmen und einkaufen. Das Netzwerk Stadt –Werbegemeinschaft-HGM sucht weiter Mitwirkende!

 

Vernetzung – was uns in diesem Bereich als Stadt möglich ist, haben wir getan – z. B. mit inzwischen 9 Hotspots in Marktheidenfeld, an denen die bereits vorhandene digitale Vernetzung aber noch sehr viel nutzbringender angewandt werden könnte. Die Voraussetzungen sind da! Das gilt für den ÖPNV ebenso wie für die Möglichkeiten des Online-Marktplatzes „Marktheidenfeld live“ und vieles andere mehr.

Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht!

 

Die Versorgung in Marktheidenfeld ist keinesfalls gefährdet, auch wenn der Einzelhandel leider deutlich zurückgeht:
Die Macht darüber hat der Verbraucher – ER übt sie aus!

 

Was die Stadt tut: Sie bringt durch öffentliche Einrichtungen und großen Einsatz des Stadtmarketings so viele Menschen wie möglich in die Innenstadt. Im letzten Jahr waren das als Nutzer von Stadtbibliothek, Vhs und Franck-Haus mehr als 80.000 Menschen. Die Laurenzi-Messe mit über 100.000 Besuchern jährlich zählt ebenso dazu. Die Ansiedlung eines Vollsortimenters unter dem Dach des Rathauses – samt Tiefgarage! – war eine weitere sehr bewusste Entscheidung für die Vitalisierung der Innenstadt.

Dass sich die Welt geändert hat und dies nicht nur im Positiven, betrifft auch die medizinische Versorgung. Panikmache führt aber ganz sicher nicht zu guten Ergebnissen. Das gilt ebenso für unhaltbare Vergleiche oder geweckte Hoffnungen, die aufgrund geltender Gesetze gar nicht eingehalten werden können. Auch hier: Was die Stadt tun kann, wird getan.

Durch die ständige Wiederholung von Scheinargumenten wie die angeblich schlechte Erreichbarkeit von Praxen, vom möglichen Sterben der Innenstadt falls sich Praxen im ehemaligen Krankenhaus ansiedeln und ähnlichen mehr, werden diese nicht richtiger. Ob Käufer oder Patient: Die Menschen bleiben oder gehen dorthin, wo sie gut bedient und behandelt werden!

 

Leider ist der Landkreis in der Planung für die Nachnutzung des Krankenhauses Marktheidenfeld noch nicht soweit ist, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich hoffe sehr, dass zu Beginn des Jahres 2020 konkrete Pläne vorgestellt und zur Beschlussfassung gebracht werden. Beispielsweise, dass die Außenstelle der Radiologie nun endlich in Marktheidenfeld installiert wird!

Ganz sicher ist: Das Geriatrische Rehazentrum in Marktheidenfeld steht deutschlandweit auf der Qualitäts-Bestenliste und ich weise erneut darauf hin: Aufenthalte im Krankenhaus werden immer kürzer, in der Reha werden sie länger. Und die ist HIER! Wenn es endlich zu deutlich mehr Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern, Reha-  und Pflegeeinrichtungen käme: das wäre wirklich ein Fortschritt, der uns alle erfreuen könnte!

 

Vernetzung in Europa – dazu leistet das Städtepartnerschaftskomitee einen wichtigen Beitrag. Der Schüleraustausch zwischen Marktheidenfeld, Montfort und Pobiedziska bildet nach wie vor die unverzichtbare Grundlage.

Zur Bürgerbegegnung im Mai waren 42 Gäste aus Montfort und 43 aus Pobiedziska nach Marktheidenfeld gekommen. Dabei haben wir im Rahmen eines umfangreichen Programms

Alain Lory mit der Partnerschafts-Ehrenstele ausgezeichnet.

Er musste aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz des Komitees in Montfort niederlegen. Ebenfalls mit der Ehrenstele ausgezeichnet haben wir den früheren Bürgermeister von Pobiedziska, Michal Podsada, der die Partnerschaft zwischen unseren Städten mit begründet hat.

Geehrt mit einem hohen Orden der Republik Frankreich wurde erneut in diesem Jahr der Ehrenvorsitzende des Städtepartnerschafts-Komitees, Héry Felbinger.

 

Eines unserer schwierigsten Themen lautet: Mobilität ohne Auto

Da haben wir auch in Marktheidenfeld noch gewaltigen Nachholbedarf!

Einige Schritte zur Verbesserung der Mobilität ohne Auto haben wir dennoch bereits gemacht:

In diesem Jahr erfolgte die bauliche Anbindung des Generationenparks Altfeld an das Gewerbegebiet Schlossfeld – zu Fuß und mit dem Fahrrad ist die Verbindung jetzt leicht. Und schön!

 

Die Anbindung auch des künftigen Gewerbeparks Söllershöhe an den Wohnort Altfeld ist ebenfalls sicher gestellt. Ein Anschluss an den ÖPNV durch eine Bushaltestelle ist eingeplant; bekanntlich wurde die eingerichtete Buslinie zum Schlossfeld so wenig genutzt, dass sie wieder eingestellt werden musste. DAS kann „die Stadt“ allerdings nicht richten…..

Dass Autofahren zunehmend zur Qual wird, nehmen wir nicht nur auf der Dauerbaustelle Autobahn und bei sonstigen „länger anhaltenden Baustellen“ zur Kenntnis. Die zunehmende Zahl von Senioren, die ohne Auto mobil sein wollen, gibt uns einen weiteren Anstoß zur Verbesserung des ÖPNV. Dass wir daran ein Eigeninteresse haben dürfen, liegt „in der Natur der Sache“!

Auf eine „zügige“ Vernetzung der Verkehrssysteme können wir nur hoffen. Die digitalen Möglichkeiten dazu gibt es längst. Für die Menschen und die Natur wäre die Umlenkung der Finanzmittel für überholte Straßenplanungen oder eventuelle Brückenabrisse von erheblich größerem Nutzen. Und dazu beachtlich schneller zu verwirklichen!

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ökonomie, Ökologie und soziales Miteinander in guten Einklang zu bringen – daran arbeiten wir.

Diesem Leitgedanken der Agenda21haben wir uns verpflichtet. Viele Schritte auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit haben wir in Marktheidenfeld schon unternommen – vielleicht werden die ja – mit dem aktuellen Rückenwind durch die Jugend – künftig größer und schneller?!

Probleme durch weitsichtiges Planen und Handeln verhindern bzw. sie lösen oder zu minimieren: Das ist unsere Aufgabe! Nicht Aufgabe eines Stadtrats ist die Aufnahme oder das Abarbeiten von Wunschlisten.

Vieles, was zur Zeit problematisiert wird, sind nicht Probleme, sondern ganz normale Aufgaben des täglichen Lebens.

 

Und auch das:

Ständiges Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Beginn der Unzufriedenheit! Diese philosophische Erkenntnis gilt vor allem, wenn unsere Stadt mit ihren knapp 12.000 Einwohnern mit den Angeboten mehrfach größerer Städte verglichen wird. Vergleiche mit Städten entsprechender Größe müssen wir wahrhaftig nicht scheuen.

Lob und auch Neid „von außen“ erfahren wir oft – es wäre schön, wenn wir uns auch ab und zu über das, was wir haben, freuen könnten!

Diejenigen, die lautstark Forderungen im Eigeninteresse erheben, diejenigen, denen das bisher Erreichte stets zu wenig ist, sollten ab und zu nach ihrem eigenen Beitrag fragen…

Es ist eine kleine Gruppe, die wir in Marktheidenfeld wie darüber hinaus nicht überbewerten dürfen. Aber die wir nicht ignorieren, sondern der wir mit guten Argumenten und mit Tatsachen nachweisen können: Es ging uns insgesamt noch nie so gut wie heute – deshalb gehört es erst recht zu unseren Aufgaben, uns um diejenigen zu kümmern, denen es nicht gut geht!

In Marktheidenfeld sind wir in der glücklichen Lage, dass wir uns durch gute Einnahmen vieles leisten können, wovon andere Gemeinden nur träumen.

Dafür wurde seit Jahrzehnten gute Arbeit geleistet. Allen Vordenkern und Vorkämpfern gilt mein aufrichtiger Dank und mein Respekt für die herausragend guten Grundlagen, auf denen die Arbeit in Stadtrat und Stadtverwaltung aufbauen kann!

 

Dass es beim Austausch der Argumente durchaus heftig zur Sache gehen kann – das war auch früher so, wie den Protokollen und den früher sehr ausführlichen Zeitungsberichten entnommen werden kann. Das einzig Wichtige war und bleibt: Es muss ein sachlich-fairer Wettstreit um die besten Vorschläge für Marktheidenfeld sein! Darum soll, darf und muss selbstverständlich gestritten werden! Aber mit dem nötigen Anstand!

 

Gemeinsam gut leben in unserer Stadt – das können wir, weil sich ungemein viele Mitbürger engagieren und beteiligen in Beiräten, Projektgruppen, in Hilfsorganisationen, in Kirchen und Vereinen und viele als stille Helfer. Ihnen allen danke ich heute in der Öffentlichkeit dieser Jahressschlusssitzung von Herzen.

 

Alle Mitwirkenden brauchen für ihre dauerhafte Motivation Vorbilder, Zuhörer und Mit-Kämpfer im Wettstreit der guten Ideen und für das Bohren der dicken Bretter mit Wissen, Tatkraft und mit Beharrlichkeit.

Das Rathaus ist Dienstleistungszentrum! Die Anforderungen an die meisten Abteilungen im Rathaus sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen und es ist Großartiges geleistet worden. Und das zwischen Umzügen von Rathaus, Bauhof, Kitas, Bibliothek in neue Gebäude und bei einem Generationenwechsel auch an „Schaltstellen“ wie in Bauamt, Kämmerei und Geschäftsleitung. Dazu kamen mit dem Bürgerbüro und dem Referat Stadtmarketing, Kultur und Tourismus zusätzliche Aufgaben und damit neue Mitarbeiter. Allen in der Stadtverwaltung und allen Mitarbeitern der Stadt, die mit großem Einsatz für ihre Stadt Marktheidenfeld täglich arbeiten, sage ich heute dafür sehr herzlich DANKE. Sie sind es, die die Beschlüsse umsetzen – und das waren ziemlich viele!

Die Erfolge von ausdauerndem Bohren dicker Bretter in Marktheidenfeld sind sichtbar und spürbar. Lust zur Mitarbeit in unserer Stadt kann wecken, wer selbst überwiegend mit Freude arbeitet, wer sachbezogen und auf der Grundlage geltender Gesetze diskutiert, wer Entscheidungen rechtzeitig und mit Überzeugung trifft – und auch vertritt.

In Marktheidenfeld können wir die weitaus meisten Entscheidungen der letzten Jahrzehnte freudig feiern!

Dass auch künftige Mandatsträger in diesem Gremium sich dessen bewusst sind, dass sie auf dieser guten Basis solidarisch, demokratisch und begeistert miteinander wettstreiten und für die Menschen hier arbeiten

– das wünsche ich unserer Stadt Marktheidenfeld auch für die Zukunft von ganzem Herzen.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste:

 

Die Jahresschlusssitzung ist die beste Gelegenheit, den Menschen zu danken, die im vergangenen Jahr besonders viel Zeit und Kraft im Ehrenamt aufgewendet haben, um ihrer Stadt zu dienen:

Herzlich danke ich den Kollegen und Kolleginnen im Stadtrat dafür und ganz besonders meinen beiden Stellvertretern, Martin Harth und Joachim Hörnig. Sie haben mir ab und zu die nötige Atempause verschafft und mich zuverlässig vertreten.

Die beste Möglichkeit bietet diese festliche Sitzung, um auch unseren Lebenspartnern und Familien zu danken,

die uns den Rücken freihalten, uns unterstützen und Verständnis dafür haben, wenn wir wieder einmal keine Zeit für sie haben. Das war auch in diesem Jahr wieder ziemlich oft der Fall. Ihnen allen: Ganz herzlichen Dank.

 

Und zum Schluss ein Zitat von Nelson Mandela:

„Sich ernsthaft um andere zu sorgen, sowohl im privaten wie öffentlichen Leben, würde uns der Welt, nach der wir uns so sehnen, sehr viel näher bringen.“

 

Danke allen, die mit sorgen!

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